Neue Fonttechniken in CSS 3
Mit den aktuellen Browsern und den Techniken aus CSS 3 ist es nun möglich, typographisch feinere Webseiten zu veröffentlichen. Mit dem @font-face Befehl — der ursprünglich schon in CSS 2 enthalten war, in CSS 2.1 aber wieder entfernt wurde — können beliebige Schriften nachgeladen werden. Dabei können pro Schrift durchaus einige 100 kbyte zusammen kommen. Man sollte den @font-face Befehl also nur mit Bedacht einsetzen. Dennoch ist dies gegenüber altbewährten Techniken wie der Einsatz von Grafik oder die Wandlung von Schrift in Grafik oder Flash (wie sFIR) ein deutlicher Zugewinn an Flexibilität und Leistungsfähigkeit. Vor allem können Überschriften usw. nun typographisch besonders sein und dennoch von Suchmaschinen gesehen werden.
Urheberrechte beachten
Allerdings ist hierbei zu beachten, daß Schriften natürlich urheberrechtlich geschützt sind. Wer also auf diese Weise Schriften zum Download anbietet, muß über die nötigen Lizenzen verfügen. Einige Webseiten wie bieten freie Schriften an (wie Font Squirrel) oder stellen kommerzielle Schriften bereit (wie Typekit, Typotheque oder Kernest). Auf Dr. Web findet sich eine Liste mit 35 sehr schönen freien Schriften. Viele freie Schriften sind allerdings nicht ganz so ausgereift wie kommerzielle Schriften, beispielsweise was das Kerning angeht.
Unterschiedliche Browser — unterschiedliche Schriftdateien
Leider benötigen unterschiedliche Browser unterschiedliche Schriftformate: Der Internet Explorer erwartet sie im EOT-Format, Firefox seit Version 3.1, Opera seit Version 10 und Safari seit Version 3 verstehen das TTF-der OTF-Format.
@font-face { font-family: "Your typeface"; src: url("type/filename.eot"); src: local("Alternate name"), local("Alternatename"), url("type/filename.woff") format("woff"), url("type/filename.otf") format("opentype"), url("type/filename.svg#filename") format("svg"); } @font-face { font-family: "Your italic typeface"; src: url("type/filename-ital.eot"); src: local("Alternate name"), local("Alternatename"), url("type/filename-ital.woff") format("woff"), url("type/filename-ital.otf") format("opentype"), url("type/filename-ital.svg#filename-ital") format("svg"); }
Für die gängigen Browser sind TrueType (oder OpenType) — sowie EOT-Fonts ausreichend. WOFF ist ein neues, speziell für den Einsatz im Web gedachtes Fontformat, das aber noch unbedeutend ist. Einige Exotenbrowser wünschen zudem SVG-Fonts, doch ist zu hoffen, das dies über kurz oder lang verschwinden wird.
Im Web gibt es einige Tools, Schriften in diverse Formate zu konvertieren, beispielsweise der Fontgenerator von Font Squirrel.
Mit Bedacht einsetzen
Es steht allerdings zu befürchten, daß der @font-face Befehl anfangs übertrieben eingesetzt wird. Man bedenke nur zu welch schlimmen grafischen Exzessen das Auftauchen der ersten preiswerten Schriften-CDs im DTP Bereich vor 10–15 Jahren geführt hat. Wünschenswert ist daher eine gewisse Selbstbeschränkung bei Webdesignern und ein wenig Beschäftigung mit Typographie. Normaler Fließtext darf ruhig weiterhin in Verdana oder ähnlichem gesetzt werden, schließlich ist Verdana
eine bewährte, gut lesbare Bildschirmschrift.